Sozialmedizinische Begutachtungen werden im wesentlichen bei der Frage nach einer Rente oder bei Klärung von Schwerbehinderungen und Folgen von Schädigungen erforderlich. Von daher ist ein gewisses Verständnis für die verschiedenen Rechtsgebiete sinnvoll. Dies wollen wir mit den hier knapp dargestellten Informationen zumindest anreißen. 
  • Erwerbsfähigkeit

    Rentenrecht: Abhängig von der Leistungsfähigkeit für eine ganz leichte Tätigkeit gibt es die "volle Erwerbsfähigkeit" (6 Std. täglich und mehr), die "geminderte oder teilweise Erwerbsfähigkeit" (mindestens 3 Std. und weniger als 6 Std. täglich) und die "Erwerbsunfähigkeit" (nicht einmal 3 Std. täglich).  
  • GdB (Grad der Behinderung)

    Maßzahl für den Schweregrad einer Beeinträchtigung nach dem Schwerbehinderten-Recht ist der GdB. Dieser wird immer als Zahl in Zehnerschritten angegeben, dabei ist nur ein Ausmaß von mindestens 20 relevant. Es wird nicht von "Prozent" gesprochen. Der Gesamt-GdB bei mehreren vorliegenden Einzel-GdB (wenn mehrere unterschiedliche chronische Gesundheitsschäden vorhanden sind) wird nicht als Summe gebildet, sondern aus der insgesamt entstehenden Beeinträchtigung unter Berücksichtigung aller Zusammenhänge abgeleitet.
  • Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)

    Schädigungsfolgen im sozialen Entschädigungsrecht, die mit einer Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit einhergehen, werden durch die Feststellung einer Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) erfasst; hier wird eine Maßzahl in fünfer-Schritten gebildet und mit "Prozent" angegeben. Eine Entschädigung, etwa in der gesetzlichen Unfallversicherung, ergibt sich, wenn nach 26 Wochen (6 Monaten) noch eine MdE von mindestens 20% als Schädigungsfolge besteht und weiterhin anzunehmen ist.  
In der Rentenversicherung wird seit 2001 grundsätzlich (bei wenigen Ausnahmen) nicht mehr in Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit unterschieden. Vielmehr ist jetzt wichtig, ob ein Versicherter vollständig oder teilweise einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen kann. Dabei ist nicht der bisherige Beruf der Maßstab, sondern nur die grundsätzliche Leistungsfähigkeit - es ist also relevant, ob jemand noch mehr als 3 Stunden (teilweise) oder mindestens 6 Stunden (vollschichtig) täglich irgendeiner Arbeit nachgehen kann oder aus gesundheitlichen Gründen eben nicht. Nur wer nicht einmal 3 bis 6 Stunden täglich einer (ganz leichten) Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen kann, gilt als voll erwerbsgemindert und kann eine entsprechende Rente beziehen.  
Die Feststellung einer Schwerbehinderung dient vor allem dazu, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen einen Ausgleich für Nachteile zu gewähren, die sie aufgrund dieser Erkrankung oder Behinderung im Alltag haben. Hierzu gibt es eine Reihe von Einzelbestimmungen, neben dem Schwerbehinderungsrecht auch das Opferentschädigungsrecht, die Kriegsopferversorgung usw. Die Feststellung einer Schwerbehinderung erfolgt, wenn körperliche Funktionen, geistige Fähigkeiten oder seelische Gesundheit länger als 6 Monate von dem "alterstypischen" Zustand abweichen und dies zu einer Einschränkung an der Teilhabe im gesellschaftlichen Leben führt. Hierzu werden die Gesundheitsbeeinträchtigungen erfasst und nach einer offiziellen Tabelle (s.u.) bewertet.
Die gesetzliche Unfallversicherung greift im wesentlichen bei Unfällen, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung entstehen (Arbeitsunfälle). Hierbei ist es wichtig, dass der Unfall tatsächlich arbeitsbedingt erfolgt ist und von Unfällen oder Gesundheitsschäden, die "sowieso" aufgetreten wären, abgegrenzt wird. Daneben werden hier Berufskrankheiten erfasst, also chronische Gesundheitsschäden, die durch die berufliche Tätigkeit verursacht worden sind, aber keine "Unfälle" im eigentlichen Sinn sind. Für Berufskrankheiten gibt es eine Liste des Gesetzgebers, in der alle anerkannten Berufskrankheiten und die auslösenden Tätigkeiten erfasst sind.
Für die privaten Haftpflichtversicherungen und private Berufsunfähigkeitsversicherungen gelten keine gesetzlich festgelegten Sätze; hier werden Entschädigungen und Bewertungen zwischen den Beteiligten, also der Versicherung und dem Geschädigten ausgehandelt – entweder aufgrund vertraglicher Vereinbarung (meistens ist Berufsunfähigkeit definiert als Ausfall der Leistungsfähigkeit im Beruf um mehr als 50% gegenüber dem gesunden Zustand) oder Vereinbarung anhand von Gerichtsurteilen (hier haben sich Gliedertaxen im Haftpflichtrecht entwickelt, die allgemein meist anerkannt werden). Die privaten Versicherungen sind auch nicht als Teilgebiet des Sozial- und Entschädigungsrechts, sondern im Zivilrecht angesiedelt. 
Der sachgerechte Gebrauch der Formulierungen wie auch Umgang mit Gesetzen und den Listen für die Bestimmung von GdB und MdE oder der "Gliedertaxe" für die private Haftpflicht- oder Unfallversicherung wird im Kurs für Gutachter im NPZ ausführlich bearbeitet. 
Eine Liste der MdE/GdB-Einstufungen und der Gliedertaxe (pdf-Dokument) können Sie This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. anfordern.

Hier finden Sie Vorlagen, die Sie für eigene Vollmachten und Verfügungen gratis nutzen können. 

Betreuungsverfügung

Gemäß § 5 Abs. 1 TMG stellen wir die folgenden Informationen hier zur Verfügung; diese Homepage ist gehostet für und namens der

 

Neuropsychiatrisches Zentrum Hamburg-Altona GmbH

Geschäftsführende Ärzte: Dr. Peter Tonn, Dr. Silja C. Reuter

Stresemannstr. 23

22769 Hamburg

 

Sie erreichen uns natürlich auf per Telefon, Fax oder Email

  • Fon: 040-533 0 738 0
  • Fax: 040-533 0 738 20
  • Email: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Die Ärzte des Neuropsychiatrischen Zentrums Hamburg-Altona GmbH sind Mitglieder der Ärztekammer Hamburg, deren Berufsordnung gilt und die Sie hier erreichen können: Ärztekammer Hamburg

Die Psychologischen Psychotherapeuten sind Mitglieder der Psychotherapeutenkammer Hamburg, deren Berufsordnung gilt und die Sie hier erreichen können: Psychotherapeutenkammer Hamburg

Einzelne Abteilungen des Neuropsychiatrischen Zentrum Hamburg-Altona GmbH sind zur Abrechnung gegenüber den gesetzlichen Kassen zugelassen ("Vertragsärzte-Status") und in diesem Rahmen gilt die Verbindung mit und die rechtlichen Vorgaben von der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg K.d.ö.R., die Sie hier kontaktieren können: KV Hamburg

Die berufsrechtlichen Grundlagen der genannten Kammern gelten und sind dort einsehbar bzw. downloadbar. 

Alle Ärzte und Therapeuten des Neuropsychiatrischen Zentrums haben ihre Facharztbezeichnungen bzw. die Approbation als Arzt bzw. Psychotherapeut in der Bundesrepublik Deutschland erworben. 

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass eine umfassende Berufshaftpflichtversicherung für die hier arbeitenden Ärzte, Therapeuten und sonstigen Mitarbeiter abgeschlossen wurde. Auch wenn dazu derzeit noch keine Verpflichtung besteht, können Patienten bei nachgewiesenem Interesse die Versicherungspolice einsehen. 

Das Neuropsychiatrische Zentrum Hamburg GmbH ist eingetragen beim Amtsgericht Hamburg, Handelsregister Nr. 130616

Es ist eine Umsatzsteuer-ID zugewiesen worden: DE 23778101

Bitte bedenken Sie, dass Gutachten in der Regel keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung sind und von daher nicht über die Krankenkasse abzurechnen sind. Das bedeutet, dass Gutachten vom Auftraggeber bezahlt werden müssen. Die Bezahlung richtet sich bei privaten Auftraggebern, aber auch bei Versicherungen etc. nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), bei Gerichtsgutachten nach dem Justiz-Vergütungs- und Entschädigungsgesetz (JVEG). Immer wird nach Aufwand und Arbeitsmenge abgerechnet - und eine Rechnung, die wir erstellen, enthält aufgeschlüsselt alle Positionen, die tatsächlich angefallen sind. 

Die Kosten für Sozialgerichtsgutachten werden, wenn das Gutachten vom Gericht angeordnet wird, zunächst auch vom Gericht übernommen (§106 Sozialgerichtsgesetz SGG). Wenn Sie selbst das Gutachten wünschen oder ein Zweitgutachten auf ihre Bitte nach § 109 SGG angeordnet wird, müssen Sie die Kosten dem Gericht vorlegen, abgerechnet wird auch ein Gutachten nach §109 SGG gegenüber dem Gericht. Üblicherweise sind für nervenärztliche Gutachten – abhängig von dem Umfang der Untersuchungen – zwischen 800 und 1500 Euro zu erwarten. 
Gutachten im Rahmen von Betreuungsverfahren werden immer über das zuständige Gericht abgerechnet. Diese Gutachten sind je nach Umfang, vor allem aber nach Fragestellung sehr unterschiedlich in der Preisgestaltung. Ein Erstgutachten bei Einrichtung einer Betreuung wird teurer, ein Wiederholungsgutachten bei Verlängerung der Betreuung wird deutlich günstiger und Gutachten bei Unterbringungs- oder Zwangsmaßnahmen werden tatsächlich oft sehr teuer, weil sie durchaus aufwändig sind. Bei vermögenden Betroffenen werden die Kosten für die Begutachtung vom Gericht mit dem Betroffenen selbst abgerechnet.
Auch wenn Verkehrsmedizinische Gutachten meist von der Fahrerlaubnisstelle angefordert werden, müssen die Probanden selbst die Kosten tragen. Hier müssen Sie mit 350 bis 450 Euro rechnen, je nachdem, ob auch Laboruntersuchungen nötig werden, kann das auch noch teurer sein. Aufgrund von schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit führen wir eine verkehrsmedizinische Begutachtung nur nach vorheriger Anzahlung von 150 Euro durch.

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