Konjunktiv

Bei Beschreibungen der Aussagen Dritter, auch des Probanden, immer im Konjunktiv arbeiten oder mit „Anführungszeichen“ als Zitat kennzeichnen. Auch bei kurzen Satzstücken nicht den Konjunktiv verlassen, erst recht nicht mischen (z.B. „In ihrer Heimat lernte sie ihren Mann kennen, mit dem sie 2 Töchter habe“). Wichtig ist die Aufteilung in Konjunktiv I und Konjunktiv II. Konjunktiv ist die „Möglichkeitsform“, also es wird vom Erzähler als möglich erachtet, dass etwas geschehen ist oder gesagt wurde, er war aber nicht dabei. Während Konjunktiv I dabei die „glaubhafte“ oder neutrale Möglichkeit angibt, also im Gutachten bevorzugt bei der Zitierung aus Arztbriefen etc. genutzt wird (der zitierende Gutachter glaubt den Aussagen des Arztbriefes), ist der Konjunktiv II die „weniger glaubhafte“ oder auch „unerfüllbare/ unwirkliche“ Form – der zitierende Gutachter ist nicht so überzeugt, dass das auch wirklich so stimmt oder richtig ist. Das kann man im Gutachten einsetzen, um eine Aussage inhaltlich abzuschwächen, also wenn eine Parese von einem Voruntersucher beschrieben wird, die nachvollziehbar in den Befunden etc. sich wiederfindet mit „habe eine Parese des rechten Fußhebers gezeigt“, wenn das eher nicht nachvollziehbar erscheint mit „hätte eine Parese …“ umschreiben. Gelegentlich klingt der Konjunktiv I aber auch wie der Indikativ, z.B. bei 1. Person singular und Plural in Präsens und Futur – da nutzt man zur besseren Abgrenzung dann auch den Konjunktiv II, selbst wenn es eine glaubhafte Möglichkeit ist, die „eigentlich“ Konjunktiv I erfordern würde. 

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